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Der weiteren menschlichen
Evolution geweihte Worte:



VORSICHT: HALBERLEUCHTETE !
Ein Ratgeber für spirituelle Sinnsucher zur Unterscheidung
zwischen Scharlatanen und echten Meistern


    Spiritualität ist ein menschliches Grundbedürfnis, sein innerstes Selbst intim mit dem großen Ganzen zu verbinden und Sinn und Erfüllung darin zu finden. Doch sie ist auch ein Geschäft und eine Möglichkeit, Macht über andere zu erlangen. Und so warten auf spirituelle Sucher nicht nur erleuchtete Meister, sondern jede Menge Scharlatane und wichtigtuerische Halberleuchtete. Die echten Meister sind sogar deutlich in der Minderheit. Doch wie unterscheidet man das erhebende Echte vom wertlosen Plagiat? Ich will hier aus meiner langjährigen Lebenserfahrung mit verschiedensten spirituellen Szenen einen kleinen Grundüberblick wagen, um spirituellen Anfängern schlechte Erfahrungen zu ersparen und gute Erfahrungen zu erleichtern.

Der erhabene Meister und sein spirituelles Ego
    Wo auch immer man auf einen Guru trifft, der sich von einer Jüngerschar anhimmeln lässt, halte man Abstand. Ein wahrer Heiliger hat es nicht nötig, sich wichtig zu machen, weil er seine Energie von seiner inneren Quelle bezieht. Er braucht keine Bewunderer und unterwürfigen Anhänger, die sein Ego streicheln, weil er sich selbst genügt. Und er hat erkannt, dass der Zustand des hellwachen im Jetzt und Hier Weilens ("Erwachen" genannt) so natürlich ist, dass alle Eidechsen am Wegesrand in diesem Zustand sind, aus dem nur die Mehrheit verkünstelt zivilisierter Menschen herausgefallen ist. Warum sollte man sich mit etwas wichtig tun, was eigentlich das Natürlichste der Welt ist? Sogenannte "Meister", die dies verkennen, haben allesamt eine schwere narzistische Störung, die sie von ihrer eigenen inneren Quelle abschneidet und zwingt, ihre Energie durch Bewunderung von Aussen zu beziehen, wozu sie oftmals Menschen und Gruppensituationen zu kontrollieren und zu manipulieren versuchen. Das sind typische schwarzmagische Praktiken, die aus spiritueller Unbewusstheit erwachsen. Wer Erleuchtung sucht, finde einen bescheidenen, unaufdringlichen Meister, der nicht sein Gefolge beherrschen, sondern beim Erwachen dienlich sein will.

Der überpositive Schattenverdränger
    Die spirituelle Szene ist voller einseitig positiver Menschen, die ganz offensichtlich die Dualität des Yin und Yang nicht verstanden haben. Licht und Schatten, Aufbau und Zerstörung, Leben und Tod gehören untrennbar zusammen und spielen miteinander im ständigen Wechsel. Das Leben ist nicht nur immer dauerhaft schön, es ist auch mal traurig oder leiderfüllt. Man verliebt sich und trennt sich. Mal hat man Erfolg, mal klappt´s nicht. Die einseitig Positiven versuchen, den negativen Aspekt zu verdrängen und mit dem unrealistischen Angebot von nie endender Dauerfreude sich selbst zu betrügen und Jünger einzufangen. Dabei verdrängen sie einfach nur ihre eigenen, unverarbeiteten Schatten und wollen auch die Schatten der anderen nicht sehen. Da die meisten ihrer Jünger selbst reichlich negative Lebenserfahrung gemacht haben, verfallen sie gerne der Hoffnung auf die Erreichung eines ewig glücklichen Lebens, das ihnen abgeht. Ein Ziel, das sie nie erreichen werden, sondern das sie auf Dauer nur frustriert, weil es der dualen Natur unseres Seins widerspricht,. Erich Fromm hat diese biologische Tatsache als "Lust-Unlust-Prinzip" beschrieben. Wenn man einen Berg besteigt, ist dies mühsam und anstrengend. Um so grösser ist allerdings die Freude, danach glücklich erschöpft auf dem Gipfel zu stehen und die Aussicht zu geniessen. Wer sich einfach nur vom Helikopter auf dem Gipfel absetzen lässt, verspürt lange kein so intensives Glück, weil die vorhergehende Mühsal als Gegenpol fehlt. Ein gelingendes spirituelles Leben akzeptiert diese Tatsache von Anfang an und versucht nicht, die leidvollen Aspekte des Lebens zu verdrängen, sondern zu integrieren. In dieser Akzeptanz lässt sich ein tiefer Seelenfrieden finden, der etwa bei den Stoikern besonders hoch kultiviert wurde. Ob es regnet oder die Sonne scheint - entscheidend ist nicht das Mass der äusseren Behaglichkeit, sondern der inneren Haltung, die mit allen äusseren Zuständen gut klarkommt. Dennoch heisst das natürlich nicht, dass man alles Leid einfach schlucken sollte, sondern sich immer fragen muss, ob man unnötiges Leid nicht überwinden kann. Die Dynamik des Lust-Unlust-Prinzips ist einer der wesentlichsten Motoren für persönliche und kollektive Evolution. Wenn man einmal im eigenen Leben zurückschaut, stellt man oft fest, dass man gerade in schwierigen Zeiten, in denen es galt, fast unüberwindliche Probleme zu lösen, ganz besonders stark innerlich gewachsen ist. Die entwicklungsfreudigsten Menschen sind fast immer diejenigen, die sich nicht nur auf sie zu kommenden Schwierigkeiten stellen, sondern sich sogar gezielt schwierige Herausforderungen suchen, um an ihnen wachsen zu können. Sogenannte "spirituelle Meister", die das nicht verstehen, sind innerlich kleine unglückliche Kinder geblieben, die dringend einer Therapie bedürfen.

Der unveränderliche Vollerleuchtete
    Der Zustand der "Erleuchtung" oder des "Erwachtseins" wird von vielen spirituellen "Lehrern" als eine Art statischer Zustand beschrieben, in dem man unveränderlich weilen kann, wenn man ihn erst einmal erreicht hat. Wer das glaubt, hat nicht verstanden, dass wir in einer Welt leben, in der sich alles wandelt und entwickelt. Erwachen endet nie und geht immer weiter, weil wir neue Erfahrungen machen und uns persönlich wie kollektiv weiterentwickeln, tiefere Einsichten in unser eigenes Wesen erlangen und höhere Ausblicke auf das kosmische Ganze gewinnen. Der Zustand des unveränderlich Vollerleuchteten ist bei genauer Betrachtung meist eine psychologische Flucht in den Zustand der Dauermeditation, um sich den Realitäten einer unmenschlichen Gesellschaft oder persönlich erfahrenen Leids nicht stellen zu müssen. Meditation als Technik, schlechte  Gedanken und Gefühle zu verdrängen, statt sie zu therapieren ist etwa in der kruden indischen Gesellschaft weit verbreitet und hat sich von dort im nicht weniger krassen Westen ausbreiten können. Wer nur noch meditiert, lebt nicht mehr, sondern hat mit dem Leben abgeschlossen. Echte spirituelle Meister nehmen dagegen am Alltagsleben teil und zeigen sich als anfassbare Menschen, getreu der buddhistischen Weisheit: "Vor der Erleuchtung: Wasser tragen und Holz hacken - nach der Erleuchtung: Wassertragen und Holzhacken".  Und sie sind bereit, sich an den Herausforderungen des Lebens immer weiterzuentwickeln und diese Haltung auch an ihre Schüler weiterzugeben.

Die einzig wahre Lehre
    Viele spirituelle Scharlatane verstecken sich und ihre psychologischen Probleme gerne hinter ihrem Gott oder der Doktrin, die sie vertreten und meinen, das einzig wahre Wissen zu verbreiten. Ungeachtet der tiefeneinsichtigen Weisheit des Sokrates, der feststellte: "Das einzige, was ich wirklich sicher weiss, ist, dass ich nichts sicher weiss!" Wer aber meint, schon alles zu wissen, der ist intolerant allen anderen Überzeugungen gegenüber - und nicht selten sogar gewillt, die eigene Haltung mit Gewalt gegen den Rest der Welt durchzusetzen. Fanatischer Fundamentalismus ist häufig das Ergebnis und die Ursache für die meisten "heiligen" Kriege, die geführt werden. Wahre Meister lassen anderen ihren Glauben und vertrauen auf das Prinzip der Ökumene: Dass alle Glaubensrichtungen auf ihre jeweils einzigartige Weise das EINE Göttliche oder Mystische verehren und im Menschen fördern. Und sogar "ungläubige" Atheististen oder Materialisten sind Teil des selben allesumfassenden Spiels, das so tiefgründig ist, dass menschliche Worte und Glaubenslehren es ohnehin nicht wirklich beschreiben, sondern nur den Weg zur mystischen Selbsterfahrung andeuten können.

Der äussere Gott
    Fast alle Hochkulturreligionen und viele heutige spirituell Halberleuchtete suchen das Göttliche oder die mystische Erfahrung im Aussen. Sie beten zu einem eingebildeten Gott im Himmel oder zu einer Statue im Tempel. Die eigentliche mystische Erfahrung findet aber immer im eigenen Allerinnersten statt. Das Göttliche ist der ungreifbare innerste Kern aller Lebewesen und aller Dinge. Wer eine echte spirituelle Alleinheitserfahrung macht, glaubt nicht mehr äusserlich-intellektuell, sondern weiss innerlich-intuitiv, dass wir ALLE im Innersten EINS sind und nur im Aussen verschiedene Gestalten ausfüllen, die das EINE grosse Spiel des Lebens miteinander spielen. Jeder echte Meister wird daher lehren, das Mystische in sich selbst zu suchen und von dort aus in die Welt auszustrahlen. Alle sinnvollen spirituellen Erweckungstechniken drehen sich immer um die Herbeiführung der SELBSTERLEUCHTUNG. Der Meister ist dabei nur Assistent beim Erwachen des Göttlichen im Menschen, ein Wegweiser zum eigenen innersten Heiligtum.

    Diese Übersicht mag sicher noch weiter ausgebaut werden können, aber ich glaube hiermit die grössten und häufigsten Fallen dargestellt zu haben, in die spirituelle Sucher tappen können, wenn sie Rat bei potentiellen spirituellen Fachleuten suchen. In diesem Sinne wünsche ich eine erfolgreiche Suche nach echter spiritueller Inspiration auf dem nie endenden Weg des Erwachens.

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Wer das Thema "Vorsicht: Halberleuchtete!" jetzt mit mir weiter vertiefen möchte,
kann mich gerne kontaktieren und einen philosophischen Diskurs suchen oder
mich um ein persönliches ONLINE-COACHING
auf Spendenbasis für seine
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